Bootstrap-Kondensator nicht mehr problematisch?

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Hoppenstett
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 28. Okt 2008, 17:03
Hallo Leute.

Seit Prof. Otala, (TIM Verzerrungen) Ende der 70-er Jahre, ist der bis dahin obligatorische Bootstrap-Kondenstor am Verstärkerausgang verschwunden. Ich meine zu Recht. In den Schaltungen der z. Zt. sehr beliebten Chipverstärkern TDA7293/94 kreuzt dieser jetzt plötzlich wieder auf. Zeigen diese Verstärker nicht mehr die bekannten Nachteile? Gibt es irgendwo Schaltbeispiele ohne Bootstap-Kondensator?

Vielen Dank.


[Beitrag von Hoppenstett am 28. Okt 2008, 17:04 bearbeitet]
Sunny23
Gesperrt
#2 erstellt: 30. Okt 2008, 01:25
Für was braucht man ihn überhaupt?
Mülleimer
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 30. Okt 2008, 14:32
Hallo,

Den Bootstrapkondensator brauchte man früher, um den Kollektorwiderstand der Spannungsverstärkerstufe per Mitkopplung hochohmig zu machen. Dadurch wurde eine vernünftige Aussteuerbarkeit der Endstufe erst möglich, außerdem steigt die Spannungsverstärkung durch einen hochohmigen Kollektorwiderstand an. Es wird praktisch eine höhere Betriebsspannung vorgetäuscht. Der B`Kondensator fungierte also statt Konstantstromquelle.

Der Nachteil gegenüber einer Transistorkonstantstromquelle ist ein ca. dreifach größerer Klirrfaktor, mehr Raumbedarf und höhere Störanfälligkeit. Einen Vorteil gibt es nicht. Früher war die B billiger, da sie ohne Transistoren auskam.

Vereinzelt kommt die B noch in speziellen Mikrofonvorverstärkern vor, weil der Lötaufwand etwas geringer ist. Überall wo dynamische Widerstände sprich Lautsprecher angeschlossen sind, würde ich die Finger davon lassen. Irgendwie klangen die Bässe schlecht, fand ich; dabei dachte ich immer meine Lautspr. wären schlecht.

Möglicherweise kann man heute aufgrund neuerer Schaltungen keinen Unterschied mehr hören. Bei mir läuft das jedenfalls unter primitiver Mist und Elkoverschwendung ist es auch. Der Rest ist Geschmackssache.
Sunny23
Gesperrt
#4 erstellt: 31. Okt 2008, 01:19
Gute Erklärung.
Hier ist noch eine andere.

"AC amplifiers can use bootstrapping to increase output swing. A capacitor (usually referred as bootstrap capacitor) is connected from the output of the amplifier to the bias circuit, providing bias voltages that exceed the power supply voltage. Emitter followers can provide rail-to-rail output in this way, which is a common technique in class AB audio amplifiers".

Diesen Trick hat man mit bipolaren Transistoren benutzt.

"In analog circuit designs a bootstrap circuit is an arrangement of components used to boost the input impedance of a circuit by using a small amount of positive feedback, usually over two stages. This was often necessary in the early days of bipolar transistors, which inherently have quite a low input impedance".

Chipverstärker TDA7293/94 haben Mosfet Ausgangs-transistoren.Da braucht man das nicht.

"A N-MOSFET/IGBT needs a significantly positive charge (VGS > Vth) applied to the gate in order to turn on. Using only N-channel MOSFET/IGBT devices is a common cost reduction method due largely to die size reduction (there are other benefits as well). However, using nMOS devices means that a voltage higher than the power rail supply (V+) is needed in order to saturate the transistor and thus avoid significant heat loss.

A bootstrap capacitor is connected from the supply rail (V+) to the output voltage. If the capacitor is polarized then the orientation of the capacitor is as follows: Anode(marked with ‘+’)→(V+) and Cathode (marked with ‘-’)→Output. In other words, the capacitor should be between the output (source of an N-MOSFET) and (V+). Usually the source terminal of the N-MOSFET is connected to the cathode of a recirculation diode allowing for efficient management of stored energy in the typically inductive load (See Flyback diode). Due to the charge storage characteristics of a capacitor, the bootstrap voltage will rise above (V+) providing the needed gate drive voltage".

Dafür also ist der Bootstrapkondensator bestimmt bei den TDA7293/94
krachkiste
Stammgast
#5 erstellt: 31. Okt 2008, 01:56

[...]die Finger davon lassen.

Irgendwie klangen die Bässe schlecht, fand ich; dabei dachte ich immer meine Lautspr. wären schlecht.
[...]


Hm, wenn man genauer drüber nachdenkt, scheint das auch plausibel. In kombination mit dem was D.S. elf so schreibt.

Die Niederfrequenz-Leerlaufverstärkung ist demnach abhängig von der angeschlossenen Last, da sie wohl den "Gain" der Endstufe von 1 herunterdegradiert, und das B´ aber eben auf einen Gain der Endstufe von möglichst 1 angewiesen ist um gut zu funktionieren.

Und wie wir auch gelernt haben, weniger Leerlaufverstärkung -> geringere Gegenkopplung -> schlechtere Linearität.

Und RC-Kombinationen mit Elkos sind "nahe" ihrer Grenzfrequenz ja angeblich auch so eine Sache.

(dies ist ein Erklärungsversuch, und keine ultimative Wahrheit -> discuss)
Mülleimer
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 31. Okt 2008, 13:11
Verstehe, also wird hier die B´- Schaltung bei MOSFETs dafür verwendet, um die Gatespannung zu erhöhen, die über die Betriebsspannung hinausgeht. Dabei kann man doch eine höhere Zusatzspannung einfach mit einer Kaskade erreichen, ohne in die NF einzugreifen.
Nur bei Batteriebetrieb würde das Problem wieder auftauchen. Dafür nimmt man eben besser bipolare Transistoren.
Es ist auch möglich, die B in Kombination mit einer Transistorkonstantstromquelle zu benutzen, ich habe das mal gestestet. Der Aufwand ist aber höher und es bringt immer noch nichts weiter.
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