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Kleine neutrale In-Ear Überraschung unter 50 Euro? Etymotic Research EK-5 Review+A -A |
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Autor |
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AG1M
Inventar |
18:17
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#1
erstellt: 23. Okt 2016, |
Kleine neutrale In-Ear Überraschung unter 50 Euro? Etymotic Research EK-5 Review ![]() Kleine Einleitung: Das guter Klang nicht viel Kosten muss, ist nun wahrlich nichts neues - nur ist oft die Auswahl von neutraler abgestimmten In-Ear im niedrigen Preisbereich nicht unbedingt riesig. Ich bin auf diesen In-Ear eher durch Zufall gestoßen, denn wer denkt schon bei der Artikelbezeichnung „Kinder In-Ear“ das dabei eine kleine Perle einem geboten wird. Natürlich bei Licht gibt es auch Schatten, aber dazu später mehr. Technische Eigenschaften: - 1 dynamischer 6mm Treiber mit ACCU Kammertechnik - 76 dB @ 1kHz @ 0.1 V - 300 Ohm @ 1kHz - 20 Hz bis 15000 Hz ![]() Mal ein Vergleich mit dem großen Bruder dem Etymotic Research ER-4 (unten) und dem EK-5 (oben): ![]() ![]() (Bildquellen: Etymotic / Innerfidelity) 300 Ohm und 76 dB Empfindlichkeit??? Ja das ist kein Tippfehler - da dieser In-Ear Kinder vor zu lauten Hören schützen soll, hat dieser In-Ear alles andere als eine gute Effizienz. Aber keine Sorge - nein ihr braucht nicht euren KHV den ihr normal für euren Hifiman HE-6 benutzt, für den EK-5 verwenden. Mein Sony Xperia Z1 compact Smartphone liefert ~ 0,25 Vrms (ohne Last) und ich benötige selbst bei leisen Klassik Aufnahmen maximal Stufe 80 von 100, idR reicht 60-70 von 100 vollkommen aus, bei modernen „Loudness-War“ Stücken dann eher 50 von 100. Zusätzlich durch die hohe Isolation von Außengeräuschen, welche ich noch später im Detail erkläre, ist diese Eigenschaft also kein so großes Hindernis mehr. Weiterer Vorteil - die Ausgangsimpedanz der Abspielgeräte spielt nie wieder eine Rolle: ![]() (Bildquelle: Innerfidelity) Trotzdem an der Stelle eine Warnung an alle 'Lauthörer', oder mit schlechtem Gehör - ihr werdet sicher keine Freunde mit dem EK-5. Zubehör: Relativ Mau - 3 verschiedene Aufsätze (2x verschiedene Paar Triple Flange, 1x Paar Foam), einen Clip für das Kabel und eine kleine Aufbewahrungsbox. ![]() Passgenauigkeit / Verarbeitungsqualität / Kabel: Das Gehäuse ist sehr klein und leicht, da für Kinder ab 4 Jahren gedacht, die Passgenauigkeit sollte für die meisten kein Problem sein, dafür Idealerweise die Triple Flange Aufsätze so tief wie möglich platzieren für den optimalen Klang. Die Haptik ist in Ordnung, wirkt nicht unbedingt Billig verarbeitet, das leichte Kabel macht ebenfalls keinen schlechten Eindruck, hat aber eine recht hohe Mikrofonie, also die Kabelgengeräusche sind deutlich, das ist eigentlich das größte Minuspunkt am gesamten In-Ear. Mit dem Clip kann man dem etwas entgegensetzen, aber insgesamt nicht gerade Ideal beim z.B. Laufen - aber Laufen damit ist so wieso keine gute Idee, wenn wir zum Punkt Isolation kommen... Isolation von Außengeräuschen: ...Denn man bekommt eine hohe Geräuschisolation mit den Tripple Flanges Aufsätzen geboten. Nur meine richtigen Custom In-Ear bieten eine bessere Isolation. Ich rate jedem ab damit in der Öffentlichkeit Fahrrad zu fahren, zu Laufen usw. damit ist man wirklich so gut isoliert und kriegt kaum etwas von der Außenwelt mit. Ich habe mir damals Custom In-Ear Aufsätze anfertigen lassen, diese passen auch wunderbar auf den EK-5, die Klangsignatur wird nicht zum Negativen verändert, sondern ist wie mit Tripple Flanges Aufsätzen gleichwertig. ![]() Der Klang: Grundlegend geht der Klang des EK-5 schon Tendenziell in die Richtung von seinem deutlich teureren großen Bruder dem ER-4, aber eine ER-4 Kopie in günstig bekommt man dennoch nicht, Einbußen muss man schon hinnehmen, aber das positive überwiegt, gerade wenn man den Preis von unter 50 Euro im Hinterkopf behält. Allgemeine Klangsignatur: Als ich mir damals den Etymotic ER-4S als günstige Sennheiser HD 800 „IEM Alternative“ besorgt habe war die Suche nach den passenden In-Ears eigentlich recht einfach auf eine möglichst neutrale Abstimmung mit Tendenz zur hellen Seite gerichtet. Der ER-4 wie auch der EK-5 klingen insgesamt um einiges steriler als ein Sennheiser HD 800, Bühne, Räumlichkeit und Auflösung kommen natürlich auch nicht an den Sennheiser heran, aber man wird dafür auf der anderen Seite mit einer neutraleren Abstimmung belohnt. Detailwiedergabe und Instrumenten Separation sind bei diesem unter 50 Euro In-Ear auf hohem Niveau, der große Bruder ER-4 legt da zwar nochmal eine Schippe oben drauf, spielt auch etwas weniger Intim, kostet aber auch ein vielfaches mehr. Insgesamt gute Arbeit von Etymotic beim EK-5, Abstimmung ist durchaus gelungen, technische Qualitäten liegen zwar unter dem großen Bruder ER-4, aber für den aufgerufenen Preis kann man da locker hinweg sehen. Bass: Was direkt beim EK-5 auffällt ist das der Tiefbass früher abfällt als beim großen Bruder ER-4. Auch wenn die Etymotic ER-Serie noch nie für extremen Tiefbass berühmt waren, hört sich der EK-5 im Vergleichen noch etwas schlanker an, aber es klingt nicht automatisch heller was man zunächst annehmen würde, es „kickt“ unterem herum einfach nicht so stark. Nicht falsch verstehen, Bass ist ausreichend vorhanden und gerade bei Klassik kein großer Verlust, aber bei anderen härterem Genre (Metal & Rock) merkt man schon das etwas Substanz fehlt. Ein Spasshörer ist der EK-5 bei weitem nicht und daher spielt der Bass sehr linear in die unteren Mitten heran das nichts verfälscht wird, tendenziell sogar etwas leicht abfallend gen 1 kHz. Mitten: Die weitest gehend harmonischen Mitten zeugen für den typischen Etymotic ER-4 'Haussound', die in etwa gleiche Präsenz wie sein großer Bruder im 2,4 kHz Bereich ist deutlich wahrzunehmen. Ich kann keine wirklich nervenden Peaks ausmachen, was als Resultat natürliche und ausgewogene Mitten beschert, die Prinzipiell jedem Genre, aber in meinen Ohren vorwiegend aber Klassik hervorragt steht. Die Mitten sind definitiv nicht ermüdend gewählt und Stimmen/Gesang wirken nicht künstlich aufgesetzt. Höhen: Wie beim Bass fallen die Höhen auch früher ab, als beim großen Bruder dem ER-4, aber durch eine leichte Anhebung im 6 kHz Bereich wird das ganze etwas kompensiert, sodass das der EK-5 nicht wärmer klingt, als vermutlich angenommen. Der Hochton ist insgesamt betrachtet nicht die hohe Stufe des ER-4, aber dieser Verlust im Superhochton macht den EK-5 nicht zu einem In-Ear mit Handicap, sondern macht Ihn sogar noch einen Tick universeller da mir persönlich der ER-4 bei nicht Klassik als Musikwahl auf Dauer zu viel Energie im Hochton beschert hat, auch wenn der Hochton durchgehend sehr sauber und nicht wirklich aufdringlich spielt. Fazit: Was bleibt mir noch abschließend zum Etymotic EK-5 zu sagen? Nun man bekommt einen sehr gut isolierenden, weitest gehend neutral abgestimmten In-Ear mit einem störenden Kabel für einen sehr fairen Preis geboten. Die Bezeichnung „Kinder In-Ear“ wird dem EK-5 Klanglich betrachtet nicht gerecht, da steckt deutlich mehr dahinter. Wäre der Wirkungsgrad noch etwas besser und die Kabelgengeräusche geringer, würde ich den In-Ear uneingeschränkt empfehlen. Ich bin mit dem EK-5 sehr zufrieden für mich eine kleine In-Ear Perle mit kleinen Schwächen im Detail über die man aber sehr leicht hinwegsehen kann, wenn man sich damit einlassen kann. [Beitrag von AG1M am 23. Okt 2016, 20:13 bearbeitet] |
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tobbes_
Stammgast |
21:21
![]() |
#2
erstellt: 23. Okt 2016, |
Vielen Dank für dieses Review. Bin immer interessiert an gutem Klang zu fairem Preis. Deine Beschreibung macht direkt Lust den Kinder InEar zu probieren. Gruß tobbes_ |
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